Arbeit und Resilienz in Europa

Die aktuellen Umbrüche, Kriege und Krisen verändern auch die Arbeitswelt. Wie? Werden Arbeitsplätze gestrichen, werden neue geschaffen? Ändern sich die Arbeitsbedingungen? Eine Lernplattform versammelt Kurse zu diesen und weiteren Fragen.

Resilienz

Offenbar geht es vielen so: Die Krisen strengen an. Hinzu kommt die Unsicherheit über die eigene Zukunft: die Arbeit, die Rente, der Frieden. Ist es da nicht zynisch, von Resilienz zu sprechen? Je nachdem, was man darunter versteht. Zum Beispiel: Resilienz ist eine Lebenskunst auf zweierlei Art. Zum einen machen Menschen das Beste aus einer Situation, trainieren ihre innere Autonomie und entwickeln ihre Potenziale zur kreativen Lösung von Problemen weiter. Zum anderen wirken sie auf Bedingungen hin, die Lebenskunst erst ermöglichen.

Lernplattform

Diese doppelte Perspektive kennzeichnet auch die Kurse der Lernplattform „Resiliente Arbeit“. Sie ist Teil des Projekts „Time to Fresh Up. Cultivating Economic Literacy for Resilient Work in Europe“ (Zeit für einen Aufbruch. Ökonomische Grundbildung für resiliente Arbeit in Europa), das durch das Programm Erasmus+ gefördert wird. Die Kurse sind für interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie für Trainer/innen der Erwachsenenbildung gedacht. Europaweit. Deshalb sind sie in fünf Sprachen, auf Deutsch, Englisch, Polnisch, Spanisch und Tschechisch, verfügbar und kostenlos zugänglich. Eine Registrierung ist nicht erforderlich.

Facetten von Arbeit

Das Themenspektrum ist vielfältig. Gefragt wird nach dem Wandel des Arbeitsmarkts nach der Covid-19-Krise, danach, was den „modernen Arbeitsmarkt“ der Gegenwart auszeichnet und welche Qualifikationen in Zeiten des Wandels gefordert sind. Was hat es mit Karriereübergängen auf sich, was sollte man dafür wissen? Wie steht es mit denen, die zur „Gig Economy“ zählen und – oftmals als Menschen mit Migrationserfahrung – mit den Widrigkeiten prekärer Arbeitsverhältnisse konfrontiert sind? Was heißt demgegenüber Wohlbefinden – in der Zukunft und jenseits des Wachstums-Dilemmas von Marktwirtschaften? Was ist die Idee der Job-Garantie – im Kontrast zu einem Bedingungslosen Grundeinkommen? Was wiederum kann als systemrelevante Arbeit gelten, ob bezahlt oder unbezahlt? Kann eine Alltagsökonomie zur Bewältigung der ökologischen Probleme beitragen? Wie kann man sich einen demokratischen, gerechten Übergang hin zu einer klimagerechten Wirtschaftsweise vorstellen? Schließlich: Kann Künstliche Intelligenz zu mehr Nachhaltigkeit beitragen? Wie steht es um den ökologischen Fußabdruck von KI? Braucht es Grenzen der Digitalisierung?

Kurzartikel

Resilienz wird damit zumeist durch die Themen selbst aufgenommen und mit Blick auf das Handeln von Einzelnen sowie strukturelle Zusammenhänge und die Möglichkeiten der politischen Steuerung dargestellt. Ebenso wurde der Begriff explizit erörtert, insbesondere mit dem Text „Resilienz als Schlüssel, um mit turbulenten Änderungen zurecht zu kommen?“ Er ist Teil einer Serie von Kurzartikeln, die ergänzend zu den Kursen der Lernplattform entstanden. Sie sind auf der Projektwebsite veröffentlicht.

Wie sind die Kurse strukturiert?

  • Teasertext und Einführungsvideo zur Einstimmung auf die Kursinhalte,
  • Informativer Teil mit drei Kapiteln, die ihrerseits in drei Lektionen unterteilt sind,
  • Erste Lektion, erster Teil: Video zu den Themen des Kurses,
  • Aufgaben und interaktive Übungen,
  • Trainingsmaterialien für die Arbeit mit non-formalen Methoden in Gruppen. Sie können sowohl in der Erwachsenen- als auch in der außerschulischen Jugendbildung angewandt werden.

Ökonomische Allgemeinbildung

Die Lernplattform „Resiliente Arbeit“ ist das Komplement zu dem Portal „Frischer Wind für die Ökonomie“, das ebenfalls Kurse zur ökonomischen Grundbildung anbietet. Die Themen reichen von „Modernes Geld – der Staat macht es möglich“ über ökonomische Denkschulen, Ungleichheit, Wachstum, Steuern, Verschuldung und globaler Süden und weiteren. Auch diese Kurse sind frei zugänglich. Eine Registrierung ist nicht erforderlich.

Wer sind die Autorinnen und Autoren?

Die Kurse haben Erwachsenenbildner/innen von zwei Universitäten (Österreich, Polen), zwei Unternehmen (Tschechische Republik, Spanien) und Nicht-Regierungsorganisationen (Deutschland, Irland) entwickelt. Mehr zu den Beteiligten, ihren Organisationen und der Kooperation finden Sie auf der Projekt-Website.

Wir, die Kolleg/innen der Projektgruppe, freuen uns auf Ihre Fragen, Kommentare und Feedback im Forum oder über den Chat.

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